Aber nicht unter falschem Namen

Als ich eben eine Rechnung unterschrieb, fiel mir auf, dass ich mir ja bald eine andere Unterschrift zulegen muss – die Entscheidung, den Namen meines zukünftigen Ex-Verlobten ( :  anzunehmen, stößt allerdings nicht bei allen auf dieselbe Begeisterung wie bei mir….

Sicher ist dieses Hinterfragen meiner Entscheidung auch wieder ein Ausdruck unserer sich immer weiter individualisierenden Gesellschaft. Versinglelung (hihi, das schreibt sich lustig), die Zunahme der Patchwork-Familien, und in diesem Zusammenhang – und das darf meiner Meinung nach niemand abstreiten und verneinen – auch eine viel größere Vereinsamung, in der sich die Frage nach Zugehörigkeit aus einem Fremdsein heraus noch viel öfter stellt als jemals zuvor (jetzt muss ich aufpassen – in meiner Masterarbeit ging es gerade auch um die Frage der Zugehörigkeit…nicht dass ich hier mit meiner Uni-Schreibe anfange…).

Keinesfalls bin ich Verfechterin eines klassischen Rollenbildes, ich finde, jede Familie muss selbst sehen, wie es gerade am besten zu ihr passt, das berühmte Geben und Nehmen, in dem sich auch Individualität und Entfaltung zeigen muss…aber eben immer so, wie es gerade passt. Dass die Frau bei der Heirat den Namen des Mannes (oder auch gerne andersherum!) annimmt, wenn sie heiratet, scheint heutzutage leider Ausdruck des konservativen Lebens zu sein, und nicht mehr Zeichen des Füreinanderentscheidens, des Aufeinandereinlassens, des Gemeinsamen. Denn (das mit dem Namen – das Heiraten an sich natürlich auch) es ist doch so viel mehr als eine Formalität, es ist das Einswerden mit dem Anderen und ein Schritt ins Gemeinsame. In eine Familie, die in ihrer – durch den gemeinsamen Namen auch nach Außen demonstrierten – Geschlossenheit vor allem eines ist: Einzigartig.

Einige Gedanken zu “Aber nicht unter falschem Namen

  1. kreativberg

    Oh ja, so denke ich auch. Und ich finde es schön, wenn man am Namen schon merkt, wer “zusammengehört”. Manchmal behalten Frauen ihren Namen und die Kinder heißen dann aber wie der Vater – das find ich sehr seltsam. Ich war nicht so, dass ich meinen ledigen Namen nicht gemocht hätte, aber es ist mir überhaupt nicht schwer gefallen, den meines Mannes anzunehmen. Das war für mich irgendwie einfach klar. Emanzipation u.dgl. sollte man leben und nicht am Papier demonstrieren durch so Dinge wie dem ledigen Namen ;)
    Ach ja… Familie – bald ist es soweit, nicht? Das Päckchen ist jedenfalls unterwegs. Noch an den “alten” Namen addressiert ;)
    Alles Liebe! maria

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