Sanfte Rauhnächte

Diese besondere Zeit zwischen Ende und Anfang, der Grenz-Raum also, ist hier in diesen Tagen genau das. Da werden Sachen angeschoben, die auf eine Veränderung hindeuten, die sie einleiten und Vorfreude erzeugen. Sei es das Aussuchen einer neuen Wandfarbe, ein ausgeräumtes Regal und in Gedanken schon umarrangiertes Wohnzimmer, der nun bestellte Kinderwagen, das Klavier im anderen Zimmer, ein neues Adressbuch, Platz für Neues also…und erstmals habe ich nach anderthalb Jahren hier das Gefühl, dass ich Wurzeln schlage, wenngleich noch immer nicht in der Stadt, so doch in meinem Leben und wie es weitergehen will, mit abgeschlossenem Studium und dem Richtungswechsel ganz woanders hin.

Gleichzeitig hat die letzte Woche, in der wir etwas herumgereist sind, auch neue Grenzen aufgezeigt, mir selbst gegenüber und vor allem auch in Bezug auf andere Menschen, mit denen nun, da wir eine kleine Familie werden, eine ganz andere Art von Miteinander – mit all seinen Grenzen und seiner Nähe – notwendig zu werden scheint. Während ich mich darin zu verorten versuche, spüre ich etwas, das nur schwer und längst nicht allumfassend in Worte zu fassen ist…dass es keinen anderen Lebensbegleiter für mich geben kann als den Mann an meiner Seite, dass nie ein besserer Zeitpunkt sein kann, als hier und jetzt diesen Schritt zu tun, den Schritt zu einer eigenen Familie, der sich für mich mit beinahe 27 noch immer so anfühlt wie ein Schritt zum Erwachsensein, und es gab wohl selten einen, den ich mit so viel tiefer Liebe und Überzeugung gegangen bin.

In diesen Nächten schlafe ich besser, wenngleich nicht ohne Unterbrechungen und merkwürdige Träume. Doch in alldem macht sich Frieden breit und ein großes Vertrauen in das, was anders werden wird im neuen Jahr.

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